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Unpopular opinion: Microblogging-Dienste wie , aber (etwas weniger schlimm) auch schaden der Demokratie, weil ein sehr niedriges Zeichenlimit Zuspitzungen forciert und die für einen fruchtbaren Diskurs so wichtigen Differenzierungen und Zwischentöne unter den Tisch fallen. Dadurch verhärten sich Diskussionen, was gesamtgesellschaftlich problematisch ist.

· · SubwayTooter · 6 · 1 · 5

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Eine übersichtliche -Darstellung (als Baum) und eine Join-Funktionen, um eine zerfranste Diskussion wieder auf eine Art zusammenzuführen, bei der keine Diskutant vergeblich auf eine Antwort wartet und man Antworten auch nicht für jeden Unterzweig des Threadbaums wiederholen muss.

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Die Möglichkeit, Benachrichtigungen zurückzustellen bzw. auf Wiedervorlage zu stellen.

Es soll kein Druck entstehen, einen Tweet/Toot sofort beantworten zu müssen weil sonst die Benachrichtigung weg ist und man es vergisst.

Wenn man freier drüber nachdenken kann, kommt das der Qualität insgesamt zu Gute.

@ls ich sehe in der Kürze der Meldungen (immerhin 250 Zeichen bei twitter) nicht das Problem; eher die Meldeproblematik: Bots können Massenmeldungen von ganz normalen tweets auslösen, das wird nicht überprüft, die tweople werden gesperrt.
Dagegen funktioniert die Hassmeldefunktion nicht, es gibt keine Zensur für Hetze und Bedrohungen. Meldungen funktionieren hier nur in großer Menge. Normale Leute betreiben aber keine Botnetzwerke.

@energisch_ Twitter hat ohne Frage auch noch weitere Probleme, da stimme ich völlig zu. Aber ich denke, dass die Zeichenanzahl ein Kern des Problems ist. 250 Zeichen sind zu wenig um ein (nicht völlig triviales) Thema hinreichend zu beleuchten.

Plus: Ich denke, dass die kurzen Tweets unreflektierter abgeschickt werden, als wenn jemand einen längeren Text ausarbeitet. Unter diesem "Fire & Forget" leidet die inhaltliche Qualität.

@ls Ja, das ist wahr - das hast du aber in jeder Chatplattform. Das Medium lädt immer dazu ein, schnell mal was rauszuhauen. Hier beim trötcafe kann man wenigstens hinterher noch korrigieren. Das fehlt bei twitter völlig.

Aber die kurzen tweets sind ja eben das Prinzip von twitter. Sich kurz fassen passte in die Zeit, als es gegründet wurde. Alle müssen Infos abstrahieren zur schnellen Aufnahme. Was dann daraus wurde ist allerdings ein eskalierendes Hetzwerk.

@energisch_ Ja, da hast Du nicht unrecht.

Meine These ist: Es ist kein Zufall, dass Twitter zum Hetzwerk wurde, sondern die dortige Diskussionskultur ist auch dem Zeichenlimit geschuldet. (Aber natürlich nicht die einzige Ursache! Siehe Facebook, wo trotz mehr Zeichen auch kein gemütlicher Ort ist.)

@ls Ja, FB ist ein gutes Beispiel. Die Algorithmen solcher Plattformen sind genauso schuld an der Eskalation.

mE könnte man aber mit Moderation viel erreichen. Aber das kostet oder erfordert viel Ehrenamt und ist natürlich auch eventuell missbräuchlich.

Aber diese automatisierten Zensursysteme versagen komplett. Das ist keine Lösung für Kommunikationsnetze.

@ls auf der anderen Seite liebe ich es, mich mit Leuten aus der ganzen Welt (oder zumindest einem größeren Kreis als meine RL Bekanntschaften) auszutauschen.

Neue Ansichten kennenlernen, oder auch Informationen austauschen; es gibt so viel Wissen in diesen Netzen. Es ist gut, dass es auch Austausch gibt.

@energisch_ Ja, ich will die Netze auch nicht abschaffen. Soziale Medien haben auch viel Gutes.

Algorithmen und Trolle sind auch ein Problem.

Aber selbst wirklich gutmeinende Akteure zerreiben sich innerhalb kurzer Zeit und geben frustriert auf. (Manche werden dann vielleicht sogar zu Trollen?)

Eine richtige Lösung habe ich auch noch nicht, aber ein erster Schritt wäre meiner Meinung nach, die Zeichenbeschränkungen zu lockern. Man muss ja deswegen nicht jeden langen Beitrag lesen.

@ls
Ja und nein. Längere Auseinandersetzungen würde ich halt in einem anderen Medium führen, etwa über Blogeinträge oder reddit.

@timon ist halt wieder eine proprietäre Plattform, das ist per se ein Nachteil.

Aber reddit ist auch eine Nischenplattform mit relativ kleinem Publikum (gesamtgesellschaftlich), ich glaube kaum dass die breite Bevölkerung dort mitliest.

Dann eher , aber das möchte man auch nicht wirklich.

Blogs wären eine gute Lösung, seit dem Sterben der RSS-Reader und Aggregatoren wird man dort aber auch kaum noch wahrgenommen. Blogs fehlt die Vernetzung.

@ls So "Unpopular" finde ich diese Meinung gar nicht. Die Gefahr ist sicherlich gegeben. Vielleicht nicht nur durch Zeichenlimits sondern auch dadurch dass es keine richtigen Threads wie in Foren gibt und damit immer von Thema zu Thema hüpft und dadurch die Aufmerksamkeitsspanne schon begrenzt ist.
Andere Frage ist, welchen Schaden die Relevanzalgorithmen anrichten. Vielleicht sollte man mal einen programmieren, der besonders ausgewogene Beiträge, die Für und Wider abwägen, bevorzugt? 1/

@ls (und jetzt sprenge ich mal das Zeichenlimit) Dem gegenüberstellen müsste man natürlich, was Miroblogging der Demokratie tatsächlich nutzt. Was wäre das in der Theorie?
- Regierende bekommen mehr, direkteres Feedback
- Demokratisierung der Kommunikation
- Opposition kann sich besser organisieren
- ...
2/2

@Quantium40 Ich dachte jetzt vor allem an die Konsensfindung innerhalb der Gesellschaft. Z.B. der Umgang mit der Klimakrise oder Energiekrise (nur Beispiele): Jeder stimmt zu, dass was getan werden muss, aber bei den Details zerfleddert die Diskussion und ich sehe keinen Konsens.

Sowas kann ja nicht die Politik vorgeben, sondern es muss gesamtgesellschaftlich verhandelt und mitgetragen werden.

Twitter behindert diese Prozesse eher.

@ls Ok, ich verstehe, was Du meinst. Klar, auch da stört die Zuspitzung. Ich frage mich aber gerade, ob es überhaupt ein funktionierendes Tool oder einen Prozess gibt, in dem so eine gesamtgesellschaftliche Willensbildung gut funktionieren kann. Das ist meines Erachtens unheimlich schwer, wenn es an die Details geht. Da geht es z.B ohne aktive Moderation kaum. Oder indem ein "Entscheider" mitliest und dann mit einem neuen Vorschlag kommt, der dann wieder kommentiert wird.

@Quantium40 Der Prozess könnte sein (bzw. ist z.T. bereits): Die Politik stellt Optionen zur Auswahl, erläutert Zusammenhänge. Die Bürger können dann darüber diskutieren, ggf. sogar abstimmen (direkt Demokratie ist aber noch einmal ein anderes Thema). Die Politik sieht die Diskussionen und kann entsprechend reagieren und ihre Vorschläge umformulieren.

Außerdem aggregiert die Presse.

Das setzt voraus, dass man der Diskussion noch irgendwie folgen kann.

Aber hier klappt es ja recht konstruktiv.

@ls Auf Mastodon kann man glaub ich zumindest wenn man es selber hostet auch festlegen, wie lange ein Post sein kann. Hab schon 1.000+ Zeichen Posts in meinem Feed gesehen und anders erklären als sowas könnte ich es mir nicht.

@do_m_inik Ja, das geht. Es gibt auch andere -Anwendungen, die höhere Limits haben (z.B. ).

Aber damit sich wirklich etwas ändert kann muss das höhere Limit allen Diskutanten zur Verfügung stehen.

@ls Zumindest sind 500 schon mal deutlich besser als 280

@ls Da hat schon SMS mit 160 Zeichen begonnen "knackiger" zu formulieren zu lassen...

Aber grnerell ist das schnrllerwerden auch in Film und Werbung seit Jahrzehnten zu beobachten.

Da gabs Werbespots aus den 1950ern für Waschmittel, die 5 Minuten (sic!) dauern und der Produktname am Ende 1x genannt wird... in der Zeit bringst du heute ganze Blockbusterfilme unter...

Die ständige Verkürzung nicht nur bei Socialmedia, sondern eben schon davor auf Wahl- und anderen Werbeplakaten, Film, TV usw. Führt meines Erachtens zu einer Verkürzung der Aufmerksamkeitsspanne generell in der Bevölkerung.

DAS ist das Problem.

Und fix auch das es Twitter & Co erlauben, die Szene mit Scheiße zu füllen "Flooding the scene with shit"
Twitter und Facebook ist durch fehlende Moderation, fragwürdige "Gemeinschaftsregeln", weltweite Erreichbarkeit und aufmerksamkeitsbewirtschaftende Algoritmen geeignet, Demokratiegefährdend zu sein.
@ls Das Fediverse hat durch das Fehlen des Aufmerksamkeirsbewirtschaftenden Algoritmus, den verschiedenen Diensten (friendica z.b. kann VIEL mehr als 500 Zeichen, und kann Texte formatieren!) andere Voraussetzungen.

Poster langer Texte in Unterhaltungen, wie z.b. ich, können zwischendrin auch SEHR lange Texte einbringen.

Dein Argumebt der kurzen Texte auf Mastodon zählt nicht mehr. 😉

Das Fediverse ist mehr als Mastodon.

@jakob Darum habe ich von Mastodon und nicht vom Fediverse gesprochen - hier zählt der kleinste gemeinsame Nenner wenn alle fair mitdiskutieren können sollen. Mastodon ist eine der wichtigsten Plattformen, wenn nicht die wichtigste.

Formatierung ist auch sehr wichtig. auch lange Texte können prägnant und schnell erfassbar sein. Langes Rumgeschwafeln nützt niemandem - kann man aber einfach überspringen, daher für mich kein Gegenargument.

@ls Ich wehre mich gegen die Leitkultur Mastodon und gegen die Reduzierung darauf.

Es ist Fediverse, nicht Mastodon.

Sorry... Mastodon fügt sich in das Fediverse leider nur sehr schlecht ein.

Und warum ist es unfair, wenn jeman längere Beiträge schreibt, nur weil jemand anderer sich wissentlich auf eine Plattform beschränkt, die absichtlich ein kleines Zeichenlimit (und andere Verkrüppelungen des Protokolls) eingeführt hat?

Nimm einen ordentlichen Fedi-Service, und du hast ausreichrnd Zeichen zur Verfügung, um deine Annahme selbst ad absurdum zu führen.

💪

Hier ist Fediverse. Nicht Mastodon, nicht Twitter, nicht Facebook.

@jakob Das Problem ist glaube ich, dass die Fediverse-Spezifikation nur unzureichend ins Detail geht, wie lang Inhalte sein sollen und wie sie formatiert sein dürfen. Hier muss dringend nachgelegt werden, sonst wird das Fediverse das selbe Chaos wie Email.

Ein Zeichenlimit ist vielleicht nicht unfair, aber es tut der Diskussion keinen Gefallen wenn ein Beitrag auf x Unter-Toots aufgeteilt werden muss. Dann antworten Leute auf die ersten Teile bevor die letzten Geschrieben sind. Totales Chaos.

@jakob Die Lösung ist meiner Meinung nach, dass sich alle Fediverse-Plattformen einigen sollten, wie die Limits und Textauszeichnungssprachen aussehen sollen. Und Mastodon das Limit dann hoffentlich erhöht.

@ls Das Zeichenlimit zu vereinheitlichen sehe ich jetzt wirklich nicht als nötig. Es hat andere Dinge, die im #Fediverse wichtiger wären: Das saubere Auflösung von Folgen und Gefolgt werden - da happert es bei verschiedenen Plattformen und Diensten immer noch gewaltig. Und #writefreely mit einem Zeichenlimit zu belegen, wäre ja absurd. @jakob

@Hiker Ich glaube, wieviel Heterogenität im Fediverse erlaubt sein soll, ist eine entscheidende Frage. Die Wünsche und Anforderungen scheinen weit auseinander zu gehen.

@ls Das finde ich grundsätzlich nicht als Nachteil. Ich reagiere aber dann, wenn versucht wird (und diese Versuche gibts immer wieder) das #Fediverse auf Mastodon zu reduzieren.

@Hiker Ich habe es ja nicht reduziert. Ich habe Mastodon für die geringe Zeichenzahl kritisiert. Den Vorwurf dem Fediverse zu machen wäre falsch, da jede Plattform wie erwähnt andere Limits hat.

Aber wenn ein Mastodon-Toot in x Sub-Toots zersplittert ist, nervt das Pleroma-Benutzer genauso. Die Toots werden ja nicht automatisch zusammengeführt. Somit wirkt sich der kleinste gemeinsame Nenner schon irgendwo auf das gesamte Fediverse aus.

@ls
Wenn ich richtig orientiert bin, kann jeder Admin die Zeichenzahl festlegen - auch bei Mastodon. Es ist also keine Frage der Plattform, sondern es wäre eine Diskussion unter Admins, warum die einen mehr und die anderen nur den Standard-Wert zulassen.

@Hiker Ja, ist Open-Source, dadurch kann man das umprogrammieren.

Man muss dafür aber diverse Stellen im Quellcode ändern, es gibt keine zentrale Einstellung weil der Chef das offenbar nicht möchte: github.com/mastodon/mastodon/p

@ls Ach so - vesteh ich nicht. Bei #Pleroma kann ich als Admin die Zeichenzahl frei einstellen. Das #Fediverse hat keinen Chef, auch wenn sich da jemand so fühlen mag.

@jakob Ich sehe leider nur einen Teil des Threads - möchte aber als #Pleroma Admin aber auch einmal mehr unterstreichen: Das #Fediverse ist viel mehr als Mastodon. @ls

@Hiker @jakob Ja, das wurde schon angemerkt.

Woran liegt es, dass Du nur einen Teil des Threads siehst? Das macht mir jetzt Sorgen.

@jakob @ls Ich möchte aber in meiner Microblog-Timeline keine kilometerlangen Texte.

Ich will vielleicht auch keine Videos.

Wie stellen andere Plattformen sicher, dass ich nur die Formate sehe, die mich interessieren?

Videos gucken, lange Artikel lesen, und kurze Status-Posts lesen sind für mich drei vollkommen getrennte Workflows, die sich nicht vermischen sollten.

@Natureshadow Das ist sicherlich ein wichtiger Punkt. Wenn es ein _gemeinsames_ Fediverse geben soll, setzt das eigentlich Kompatibilität voraus... man kann dann ggf. nach Medientypen filtern, aber da damit Diskussions-Threads ggf. völlig zerschnitten werden, weiß ich nicht, ob das in der Praxis immer so sinnvoll ist.

Es ist aber auch nicht sinnvoll oder praktikabel, jemandem zu verbieten, auf ein Video mit einem Bild oder Text zu antworten.

@ls Ja, nach Medientypen filtern wäre sinnvoll.

Dann könnte man vielleicht auch mal Videos und Fotos und Microblog mit derselben Identität machen...

@ls Teil des Problems ist aber die Abneigung der Fediverse-Community gegen Registries und Standards (außer ActivityPub selber).

Damit das funktioniert, bräuchte es eine Registry mit JSON-LD-Schemas für Medientypen/Fediverse-Anwendungen. So könnte jeder wahlweise nur "Fotoalben" anbieten, andere aber "alles", und es wäre kompatibel.

Ohne Standardisierung wird das nichts und jede Plattform für sich bleibt de facto proprietär.

@ls (Ja, auf Basis "loser Absprachen" passiert das schon, aber eben auch nicht mehr.)

@Natureshadow Die Content-Kodierung/Formatierung/Beschreibung muss in die Standards mit rein, anders geht es nicht. Im Web reicht es auch nicht, nur HTTP zu standardisieren. HTML und JPEG sind mindestens genauso wichtig.

Aber man kann es auch positiv sehen: Das Fediverse hat schon viel erreicht und ist interoperabler als alle Versuche zuvor. Somit hoffe ich, dass sich das alles noch rauswächst.

In meiner Familie gibts auch noch meine Frau und mein Kind

Aber weil ich doppelt so schwer wie meine Frau und 5x so schwer wie mein Kind bin, am meisten Esse, das meiste Geld heimbringe, bin ich der wichtigste in der Familie. Ich spreche daher immer von mir wenn ich meine Familie meine, und es ist unfair, dass mein Kind ein eigenes Zimmer hat, das größer als mein Arbeitszimmer ist.

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